News

Liebe Mitglieder,

angekommen ist der Frühling, wo alles wieder herausströmt in die Parks, Schwimmbäder und Biergärten. Auch das KOMMZ-Festival öffnet von 7. bis 9. August 2026 wieder seine Pforten. In diesem Jahr kann das Festival einen runden Geburtstag feiern. Zum 50jährigen Jubiläum des KOMMZ hat das Stadt- und Stiftsarchiv in Zusammenarbeit mit dem Büro für Erinnerungskultur eine Ausstellung erarbeitet, die ab dem 9. Juni 2026 die Geschichte des Park-Festivals KOMMZ beleuchtet.
Mit den Vorträgen von Jutta Curtius und Daniel Schleusener können wir auch in diesem Jahr wieder zwei attraktive Vorträge anbieten.
Inzwischen haben wir auch das neue Aschaffenburger Jahrbuch auf den Weg gebracht.

Ich wünsche Ihnen viele schöne Frühlings- und Sommertage, erholen Sie sich gut!

Ihr

Klaus Herzog, Vorsitzender

Erreichbarkeit der Geschäftsstelle

Unsere Mitarbeiterin Marita Mischon betreut die Geschäftsstelle des Vereins und ist dienstags von 10–12 Uhr (telefonisch 10–15 Uhr) im Schönborner Hof unter der Telefonnummer 330-2427 zu erreichen.

Beim Bücherverkauf im Geschäftszimmer kümmert sich – während der Öffnungszeiten des Stadt- und Stiftsarchivs – Matthias Klotz (Tel. 06021/330-2426) um Ihre Anliegen. Sie können im Schönborner Hof wieder Bücher und andere heimatgeschichtliche Artikel in gewohnter Weise erwerben – oder in unserem Webshop.

Kosmos KOMMZ – Fünf Jahrzehnte Utopie?

Kosmos KOMMZ – Fünf Jahrzehnte Utopie?
9. Juni bis 13. September 2026
Ausstellung im Schönborner Hof

Foto des ersten KOMMZ 1976: Stadt- und Stiftsarchiv, Fotonachlass Karl-Heinz Liebler

„Das KOMMZ“ ist seit über 50 Jahren ein prägendes Ereignis in und um Aschaffenburg, mit seiner Geschichte und Kultur untrennbar verbunden.
Das Stadt- und Stiftsarchiv möchte dieses Jubiläum im Sommer 2026 mit einer Ausstellung im Schönborner Hof würdigen und dabei die verschiedenen Bedeutungen des KOMMZ untersuchen – als Musikfestival, als politischer Kampf um Freiräume, als Auseinandersetzung mit herrschenden gesellschaftlichen Normen, als großes Fest und gelebte Utopie. Das KOMMZ – kaum eine Veranstaltung im Raum Aschaffenburg, um die sich so viele Mythen, Legenden und Vorbehalte ranken wie um jenes Fest, das seit 1976 im Nilkheimer Park stattfindet.
Was verbirgt sich hinter dem Festival, das das Main-Echo im Laufe der Jahrzehnte wahlweise als „Anti-Veranstaltung“, „Gegenentwurf zum Alltag“ oder „Fantasiewelt“ beschreibt? Gegründet als Kommunikationsfest der Aschaffenburger Jugend“, zu Beginn bekämpft von der Politik, kritisch beäugt von besorgten Eltern, wird es in diesem Jahr mit demKulturpreis der Stadt Aschaffenburg ausgezeichnet. Was bedeutet das KOMMZ für die Menschen, die es veranstalten und besuchen und alljährlich im Kosmos KOMMZ abtauchen?
Die Ausstellung wirft einen Blick auf die Geschichte des KOMMZ und versucht sich an der komplizierten Aufgabe, das KOMMZ zu erklären. Aber geht das überhaupt?

Öffnungszeiten:
9. Juni – 13. September 2026
Dienstag bis Freitag, 11 bis 16 Uhr
Zusätzlich ist die Ausstellung an den Wochenenden (11 bis 16 Uhr): geöffnet:
13./14. Juni, 27./28. Juni, 4./5. Juli, 11./12. Juli, 8./9. August, 22./23. August sowie 12./13. September.

Außerdem geöffnet während der Abendveranstaltungen im Schönborner Hof am 3. Juli, 4. Juli sowie im Rahmen der Museumsnacht (11. Juli)!

Jahreshauptversammlung 2026

Unsere diesjährige Jahreshauptversammlung findet am Dienstag, 13. Oktober 2026, 19.00 Uhr, im Schönborner Hof, Haus Storchennest, statt.

Folgende Tagesordnung ist vorgesehen:

  1. Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden
  2. Totenehrung
  3. Bericht des 1. Vorsitzenden
  4. Bericht des Schriftleiters
  5. Bericht des Schatzmeisters
  6. Bericht aus dem Arbeitskreis Familienforschung
  7. Bericht des Rechnungsprüfers
  8. Entlastung des Vorstandes
  9. Neuwahl des Vorstandes und der Kassenprüfer
  10. Verschiedenes

Anträge aus dem Kreis der Mitglieder werden bis spätestens fünf Tage vor dem Versammlungstermin schriftlich an die Geschäftsstelle erbeten.

Im Anschluss an die Versammlung (ca. 20.15 Uhr) hält Daniel Schleusener den Vortrag: Die Philo-Loge des B’nai B’rith in Aschaffenburg (1925 bis 1935).

Vortrag von Daniel Schleusener

Donnerstg, 13. Oktober 2026, ca. 20.15 Uhr
im Anschluss an die Mitgliederversammlung
Schönborner Hof, Haus Storchennest

Vortrag von Daniel Schleusener: Die Philo-Loge des B’nai B’rith in Aschaffenburg (1925–1935)

Der Orden B’nai B’rith – „Söhne des Bundes“ – war im frühen 20. Jahrhundert eine der bedeutendsten jüdischen Vereinigungen im deutschsprachigen Raum: freimaurerähnlich in Struktur und Ethos, bürgerlich in seiner Mitgliedschaft, humanistisch in seinem Selbstverständnis. Am 11. Januar 1925 wurde in Aschaffenburg eine eigene Loge gegründet, genannt Philo-Loge. Bereits im September desselben Jahres weihte sie ihr eigenes Logenhaus in der Lamprechtstraße ein. Diese Loge wird nun zum ersten Mal systematisch erforscht.
Die Mitglieder waren angesehene und einflussreiche jüdische Bürger Aschaffenburgs. Was folgte, war ein knappes Jahrzehnt bürgerlichen Vereinslebens, das in der menschenfeindlichen Stimmung Deutschlands der 1930er schon bald ein jähes Ende fand: 1933 durchsuchte die SA das Logenhaus, wenige Jahre später löste die Gestapo die Loge auf. Aus dem Logenhaus in der Lamprechtstraße wurde das „Andreas-Bauriedl-Haus“, der Sitz der NSDAP-Kreisleitung.
Der Vortrag stellt das laufende Forschungsprojekt zur Geschichte der Philo-Loge vor: Neben der Geschichte und Charakterisierung des Bundes B’nai B’rith wird vor allem das Umfeld der Philo-Loge beleuchtet. Wer waren ihre Mitglieder? Welche Rolle spielten sie im städtischen Leben Aschaffenburgs? Und was wurde aus ihnen? Dabei kommt auch die Forschungsperspektive nicht zu kurz: Schleusener beschreibt, welche Archive und digitalisierten Quellen es inzwischen zur Erforschung jüdischer Schicksale gibt und welche Partner und Institutionen sind im Umkreis für solche Projekte einsetzen.