Familienforschung

Arbeitskreis Personen- und Familienforschung

Gegründet 1995, befasst sich der Arbeitskreis mit der Erforschung der früher im Stadtgebiet und seiner Umgebung wohnenden Personen und Familien und stützt sich hierbei auf Auswertungen der Kirchenbücher und sonstiger Archivalien (s. Übersicht rechts).

Die Kirchenbücher wurden von Mitgliedern des Arbeitskreises per Computer erfasst und sind als wissenschaftlich aufbereitete Abschriften allen interessierten Familien- oder Heimatforschern im Stadt- und Stiftsarchiv zugänglich. Weitere genealogische Quellen (hauptsächlich im Stadt- und Stiftsarchiv sowie im Staatsarchiv Würzburg) wurden zudem von Mitgliedern des Arbeitskreises gesichtet bzw. bearbeitet und können ebenfalls für Forschungen herangezogen werden.

Der Arbeitskreis nimmt gerne Fragen oder Ergänzungen zur Aschaffenburger Familienforschung entgegen. Bitte senden Sie eine E-Mail.

Kontaktperson: Dr. Heinrich Fußbahn
HFussbahn@aol.com

Wichtigste Quelle für den Familienforscher. Die Aschaffenburger Matrikelbände befinden sich im Diözesanarchiv Würzburg und sind (für die Zeit vor 1876) dort benutzerfreundlich einsehbar:

Pfarrei St. Agatha: Band 1 (Tf 1620-1694, Tr 1622-1694, St 1660-1694), Band 2 (Tf, Tr, St 1695-1737), Band 3 (Tf, Tr, St 1738-1800), Band 4 (1801-1825), Band 5 (Tf 1825-1867), Band 7 (Tr 1825-1866), Band 9 (St 1825-1861), ff.. Bis 1802 werden in St. Agatha auch die Einträge für Damm geführt. Dieser Pfarrei sind ferner auch interessante Militärmatrikel (Einträge von 1748 bis 1820) zugeordnet.

Pfarrei Unsere Liebe Frau: Band 1 (Tf, Tr, St 1685-1690, 1698-1729), Band 2 (Tf, Tr 1730-1782, St 1732-1782), Band 3, 5 und 7 (Tf, Tr, St 1783-1837), Band 4 (Tf 1837-1875), Band 6 (Tr 1837-1875), Band 8 (St 1837-1875). Die Pfarrmatrikel enthalten auch Einträge von Schweinheim und Gailbach (bis 1821) sowie Leider.

Stift St. Peter und Alexander: Die Einträge aus Band 1 zwischen 1605 und 1650 waren bereits Gegenstand einer Veröffentlichung (Friederichs, s.u. Publikationen). Weitere Einträge beginnen 1669 (Trauungen und Taufen) bzw. 1693 (Sterbefälle) und reichen bis 1743. Band 2 reicht von 1743 bis 1821, Band 3 beginnt 1822.

Von den oben genannten Kirchenbüchern wurden durch den Arbeitskreis Abschriften und entsprechende Register erstellt (St. Agatha 1620 bis 1825, Unsere Liebe Frau 1685 bis 1837 und Stift 1605 bis 1821), die sämtlich im Stadt- und Stiftsarchiv für jedermann einsehbar und benutzbar sind.

Jüngere Kirchenbücher der genannten Pfarreien sind digitalisiert im Diözesanarchiv Würzburg einsehbar.

Im Aschaffenburger Kapuzinerkloster wurden, insbesondere im 18. Jahrhundert, ebenfalls zahlreiche Trauungen (überwiegend auswärtiger Personen) vorgenommen, Kirchenbücher hierzu sind jedoch nicht mehr vorhanden bzw. heute unbekannt.

Für den heutigen Stadtteil Damm ist die Quellenlage problematisch, da die seit 1802 geführten Kirchenbücher 1944 durch Kriegseinwirkung vernichtet wurden. Die Unterlagen des Standesamts der ehemals selbständigen Gemeinde Damm (Laufzeit 1876 bis 1901) sind im Stadtarchiv einsehbar. Aufgrund erst in den letzten Jahren aufgefundener Teil-Abschriften der Kirchenbücher (1826 bis 1876), und der Auswertung vieler Archivalien (u.a. Ansässigmachungsakten) können die Dammer Familien heute dennoch und teilweise bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Die Veröffentlichung eines Familienbuchs ist in Vorbereitung.

Für den Stadtteil Schweinheim gestaltet sich die Familienforschung für die Zeit vor 1821 aufgrund vieler mehrfach vorkommenden Familiennamen bei zugleich ungenauer Kirchenbuchführung schwierig. Ein Familienbuch Schweinheim ist bereits erarbeitet, kann aber bis auf weiteres nicht publiziert werden.

Für die Forschung in der Umgebung Aschaffenburgs muß zunächst die zuständige Kirchengemeinde ermittelt werden (hilfreich hierbei: Ludwig Friedrich Barthel, Pfarrbücherverzeichnis für das Bistum Würzburg, München 1943), deren Kirchenbücher digitalisiert im Diözesanarchiv Würzburg eingesehen werden können, soweit die Pfarrei in den Landkreisen Aschaffenburg oder Miltenberg liegt und damit heute zur Diözese Würzburg gehört.   Für die Zeit vor den teilweise im 17. Jahrhundert beginnenden Kirchenbüchern können ergänzende Hinweise aus einem Untertanenverzeichnis von 1616/17, einem Schwedensteuerregister von 1633, einem Güterverzeichnis von 1650/51 und einer Huldigungsliste von 1675 gewonnen werden (alle im Staatsarchiv Würzburg). Diese genannten Quellen decken meist das gesamte Gebiet des heutigen Landkreises Aschaffenburg ab und reichen darüber hinaus teils bis nach Seligenstadt oder Miltenberg. Im Bereich des rechts-mainischen Landkreises Aschaffenburg können ferner die Besthauptlisten aus den Oberkellereirechnungen einen Überblick über die Wohnbevölkerung der einzelnen Orte seit dem Ende des 17. Jahrhunderts verschaffen.    Familienbücher für Ortschaften der Umgebung Aschaffenburgs existieren bereits für Mainaschaff, Karlstein, Stockstadt am Main und Mosbach, für weitere Orte (z.B. Kleinostheim) sind sie in Vorbereitung.

Aufzeichnungen über Bürgerrechtsverleihungen (zumeist mit wichtigen Angaben zum Herkunftsort und Beruf des Neubürgers):

  • Band I (1509-1621, enthält ca. 2.700 Bürgeraufnahmen)
  • Band III (1659-1793, enthält die Namen und Aufnahmedaten aller im Jahre 1728 lebenden (rund 590) und der seit 1728 neu hinzugezogenen (rund 1410) Bürger Aschaffenburgs, ab 1728 meist auch mit Hinweisen zu Herkunft und Beruf).
Angelegt etwa 1827, enthält, nach Familienvorständen geordnet, alle Geburts- und Sterbedaten der heimatberechtigten Bewohner Aschaffenburgs, sowie zumeist weiterführende Angaben zu deren Kindern (bis 1918 fortgeführt). Zu den Heimatregistern gehören auch zahlreiche Einzelakte über die Ansässigmachungen.
Enthalten Vermerke über die Aufnahmen einzelner Handwerksmeister, teilweise mit Angaben zu Herkunft oder Familienverhältnissen, in folgenden Zünften:
Krämer (1557-1722), Bäcker (1582-1778), Bender (1614-1735), Fischer (ab 1651, in Privatbesitz), Zimmerleute (ab 1715), Tüncher (ab 1756), Schneider (ab 1760), Metzger sowie Fischer (jeweils ab 1772).
Für die kurmainzische Zeit (bis 1803) sind im wesentlichen nur die Ratsprotokolle der Jahre 1593 bis 1665 (mit teilweise großen Lücken), 1731 und 1766 erhalten. Sie bergen größtenteils Aufzeichnungen über zivile Rechtsstreitigkeiten und städtische Verwaltungstätigkeiten. Interessant für den Familienforscher wegen zahlreicher sozial- und wirtschaftsgeschichtlicher Belange und wegen der Abschriften von sog. Geburtsbriefen (letztere meist um 1600).
Für den Familienforscher interessant wegen der dort verzeichneten Bürger-aufnahmegebühren und Steuerlisten (sog. Geschoßlisten), die einen vollständigen Überblick über die in Aschaffenburg wohnenden Zunftbürger vermitteln. Im Stadtarchiv finden sich entsprechende Aufstellungen der Jahre 1585, 1622, 1626, 1711, 1714, 1720, 1730, 1740, 1749 usw.
Aus dem reichen Quellenmaterial des Stiftes St. Peter und Alexander sind noch hunderte von Urkunden und sonstigen Schriftstücken (vom Mittelalter bis 1833) erhalten und stehen in Form von maschinengeschriebenen Regesten (aus den 1950er und 1960er Jahren) für die Forschung zur Verfügung. Neuere Abschriften hiervon (ab 1600 bis 1833) sind ebenfalls in den Archivräumen einsehbar.