Allgemein

Liebe Mitglieder,

unser Verein ist weiterhin von den durch die COVID-19-Pandemie verursachten Einschränkungen des öffentlichen Lebens betroffen. Trotzdem konnten wir für den ausgefallenen Vortrag „Aschaffenburg im Zeitalter der Extreme“ (nach der Jahreshauptversammlung, 20. Oktober) und für die Exkursion in den Harz (neuer Termin: 3. – 6. Juni 2021) einen Ersatztermin finden.
Die nächste geplante Veranstaltung ist nunmehr unsere Jahreshauptversammlung, die am 20. Oktober 2020 stattfinden soll.
Seit einigen Tagen ist unsere neueste Publikation (Anika Magath: Der Spessart als Kulturlandschaft) in der Geschäftsstelle erhältlich. Das Aschaffenburger Jahrbuch 34 (2020) können wir wahrscheinlich im Herbst 2020 veröffentlichen.
Wir wünschen Ihnen, dass Sie alle gesund bleiben und die Pandemie gut und wohlbehalten überstehen und wir sind Ihnen sehr dankbar, dass Sie auch in diesen schwierigen Zeiten Ihrem Geschichts- und Kunstverein Aschaffenburg e.V. verbunden bleiben.

Alles Gute und herzliche Grüße,

Klaus Herzog
namens des Vorstandes des Geschichts- und Kunstverein Aschaffenburg e.V.

Vorbeischauen im Schaufenster der Stadtgeschichte: Erste öffentliche Sprechstunde!

Am 1. Oktober findet die erste Sprechstunde zu „Aschaffenburg 2.0 – unsere Geschichte, unsere Zukunft“ statt! An diesem Tag können von 10 bis 12 sowie von 14 bis 16 Uhr Fragen zur Benutzung der Plattform geklärt und Ideen für Beiträge besprochen werden! Die Redakteurin des neuen „Stadtlabors“, Helena Knuf, wird den Tag über anwesend sein.
Sie werden sehen: das Mitmachen und die Mitwirkung an der Stadtgeschichte ist ganz einfach! Gerne können auch Fotos oder andere Materialien zum Thema Stadtgeschichte vorbeigebracht werden. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Anmeldung über das Geschäftszimmer des Stadt- und Stiftsarchivs (1. OG) am 1. Oktober reicht aus. Bitte bringen Sie einen Mund-Nase-Schutz mit (es gelten die bekannten Abstands- und Hygieneregeln).

 

 

Nach mehr als 100 Jahren, Kaiserurkunde Ottos II. von 982 wiederentdeckt

Mit Abstand ältestes Originaldokument des Aschaffenburger Stiftsarchivs

Die Zeit der deutschen Kaiser aus dem Haus der „Ottonen“ ist seit fast 1000 Jahren passé. Ihnen folgten die Salierkaiser und die Staufer, die gerade im Süden Deutschlands im historischen Bewusstsein heute noch präsent sind.
Für die Entstehung des Stiftes St. Peter und Alexander in Aschaffenburg im späten 10. Jahrhundert, damit für die lange „Mainzer Zeit“ der späteren Stadt Aschaffenburg, ist allerdings Kaiser Otto II. (973-983) eine zentrale Gestalt gewesen. Seine Herrschaftsdokumente, Pergamenturkunden, sind eine große Seltenheit! Viele der wertvollen Dokumente sind im Lauf der Jahrhunderte verloren gegangen. Im Stadt- und Stiftsarchiv war bekannt, dass zwei Urkunden des Kaisers von 976 und 980 früher vorhanden, dann aber nicht mehr auffindbar waren. Eine weitere Urkunde des Kaisers war im Jahr 982 für das entstehende Aschaffenburger Kollegiatstift geschrieben worden. Der Kaiser ließ die Urkunde im süditalienischen Capua ausfertigen, wo er damals im Krieg mit den muslimischen Sarazenen verwickelt war.
Eine kleine Sensation für die Forschung ist es, dass nun nach weit über 100 Jahren dieses ottonische Originaldokument im Stiftsarchiv wiederentdeckt werden konnte! Im Jahr 1912 hatte noch ein österreichischer Forscher im Stiftungsamt das Original sehen können, irgendwann danach war die Urkunde nicht mehr auffindbar. Die „Wiederentdeckung“ gelang jetzt im Stadt- und Stiftsarchiv im Rahmen zweier aktueller Projekte für das Stiftsarchiv, in deren Folge der Gesamtbestand für Digitalisierung und Reinigung komplett durchforstet wird. Mit einem Schlag ist das älteste Original des Stadt- und Stiftsarchivs nun nicht mehr „nur“ aus dem 12. Jahrhundert, sondern gut 150 Jahre älter!
Der sensationelle Neufund hat auch eine große Bedeutung für die mittelalterliche Urkundenforschung. Das Archiv hat einen der Kenner des frühmittelalterlichen Urkundenwesens, Prof. Dr. Mark Mersiowsky (Universität Stuttgart), um eine Video-Stellungnahme gebeten. Die sehens- und hörenswerte Videobotschaft ist ab sofort aufrufbar unter diesem Link:  https://www.youtube.com/watch?v=tYVCrrsOxz4