Vortrag

Johann Schweikard von Kronberg. Erzbischof – Reichsfürst – Bauherr, trinkfest und tolerant

Donnerstag, 7. Februar 2019, 19.30 Uhr
Schönborner Hof, Haus Storchennest
Dr. Hans-Bernd Spies M.A., Vortrag

 Johann Schweikard von Kronberg (1553-1626) wurde als Sohn eines hohen Beamten des Erzstiftes Mainz geboren: Sein Vater Hartmut war Großhofmeister in Mainz sowie Amtmann in Höchst und Hochheim, so daß eine Laufbahn im Dienst des Erzstiftes vorgezeichnet war. Der ursprünglich evangelisch gewesene Johann Schweikard trat 1564 zum katholischen Glauben über, denn damals erhielt er seine erste Pfründe am Mainzer Dom. Ab 1568 studierte er an verschiedenen Universitäten und kehrte 1578 endgültig nach Mainz zurück, wo er 1581 Rektor der Universität wurde. 1584 wurde er Generalvikar und 1595 Domdekan. 1604 wählte ihn das Domkapitel zum Erzbischof von Mainz, wodurch er zugleich die vornehmste Kurfürstenwürde erhielt. Er führte die Gegenreformation seines Vorgängers mit gezielten Maßnahmen fort und löste verpfändeten mainzischen Besitz wieder ein. In der Reichspolitik war er auf Ausgleich bedacht. Wie seine drei Vorgänger hatte er in seiner Wahlkapitulation den Wiederaufbau der Residenz in Aschaffenburg versprechen müssen, doch im Gegensatz zu diesen setzte er seine Zusage in die Tat um. Daß der Neubau von Schloß Johannisburg hauptsächlich durch Hexengelder finanziert wurde, ist allerdings eine den Quellen widersprechende propagandistische Erfindung, die in neuerer Zeit vornehmlich von feministischen Kreisen verbreitet wurde.

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