Marita Mischon

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Liebe Mitglieder!

Angekommen ist der Frühling, wo alles wieder herausströmt in die Parks, Schwimmbäder und Biergärten. Auch das KOMMZ-Festival öffnet von 7. bis 9. August 2026 wieder seine Pforten. In diesem Jahr kann das Festival einen runden Geburtstag feiern. Zum 50jährigen Jubiläum des KOMMZ hat das Stadt- und Stiftsarchiv in Zusammenarbeit mit dem Büro für Erinnerungskultur eine Ausstellung erarbeitet, die ab dem 9. Juni 2026 die Geschichte des Park-Festivals KOMMZ beleuchtet. Inzwischen haben wir auch das neue Aschaffenburger Jahrbuch auf den Weg gebracht. Ich wünsche Ihnen viele schöne Frühlings- und Sommertage, erholen Sie sich gut!
Ihr
Klaus Herzog, Vorsitzender

Vortrag „2400 alte Hölzer am Mainufer“

Matthias Stockinger M.A. und Martin Höpfner
2400 Jahre alte Hölzer am Mainufer

Donnerstag, 8. Oktober 2026, 19 Uhr
Bachsaal, Pfaffengasse 13, Aschaffenburg 

Die aktuellen archäologischen Untersuchungen am Mainufer haben ein außergewöhnlich gut erhaltenes eisenzeitliches Bauwerk ans Licht gebracht. Die Befestigungskonstruktion mit rund 2400 Jahre alten Eichenhölzern gibt neue Einblicke in die Bau- und Handwerkstechniken der Eisenzeit. Der Befund bestätigt die Annahme, dass die Oberstadt Aschaffenburgs in keltischer Zeit ein bedeutender Ort gewesen sein könnte.
Matthias Stockinger M.A., Grabungstechniker am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, stellt die aktuellen Grabungsergebnisse und das weitere Vorgehen vor. Martin Höpfner, Restaurator für archäologisches Kulturgut an den Museen der Stadt Aschaffenburg, berichtet über die besonderen Herausforderungen bei der Konservierung der geborgenen Hölzer und die geplante Ausstellung eines Teils der Befestigungskonstruktion im Stiftsmuseum.

Der Eintritt ist frei.

Jahreshauptversammlung 2026

Unsere diesjährige Jahreshauptversammlung findet am Dienstag, 13. Oktober 2026, 19.00 Uhr, im Schönborner Hof, Haus Storchennest, statt.

Folgende Tagesordnung ist vorgesehen:

  1. Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden
  2. Totenehrung
  3. Bericht des 1. Vorsitzenden
  4. Bericht des Schriftleiters
  5. Bericht des Schatzmeisters
  6. Bericht aus dem Arbeitskreis Familienforschung
  7. Bericht des Rechnungsprüfers
  8. Entlastung des Vorstandes
  9. Neuwahl des Vorstandes und der Kassenprüfer
  10. Verschiedenes

Anträge aus dem Kreis der Mitglieder werden bis spätestens fünf Tage vor dem Versammlungstermin schriftlich an die Geschäftsstelle erbeten.

Im Anschluss an die Versammlung (ca. 20.15 Uhr) hält Daniel Schleusener den Vortrag: Die Philo-Loge des B’nai B’rith in Aschaffenburg (1925 bis 1935).

Vortrag von Daniel Schleusener

Donnerstg, 13. Oktober 2026, ca. 20.15 Uhr
im Anschluss an die Mitgliederversammlung
Schönborner Hof, Haus Storchennest

Die Philo-Loge des B’nai B’rith in Aschaffenburg (1925–1935)

Der Orden B’nai B’rith – „Söhne des Bundes“ – war im frühen 20. Jahrhundert eine der bedeutendsten jüdischen Vereinigungen im deutschsprachigen Raum: freimaurerähnlich in Struktur und Ethos, bürgerlich in seiner Mitgliedschaft, humanistisch in seinem Selbstverständnis. Am 11. Januar 1925 wurde in Aschaffenburg eine eigene Loge gegründet, genannt Philo-Loge. Bereits im September desselben Jahres weihte sie ihr eigenes Logenhaus in der Lamprechtstraße ein. Diese Loge wird nun zum ersten Mal systematisch erforscht.
Die Mitglieder waren angesehene und einflussreiche jüdische Bürger Aschaffenburgs. Was folgte, war ein knappes Jahrzehnt bürgerlichen Vereinslebens, das in der menschenfeindlichen Stimmung Deutschlands der 1930er schon bald ein jähes Ende fand: 1933 durchsuchte die SA das Logenhaus, wenige Jahre später löste die Gestapo die Loge auf. Aus dem Logenhaus in der Lamprechtstraße wurde das „Andreas-Bauriedl-Haus“, der Sitz der NSDAP-Kreisleitung.
Der Vortrag stellt das laufende Forschungsprojekt zur Geschichte der Philo-Loge vor: Neben der Geschichte und Charakterisierung des Bundes B’nai B’rith wird vor allem das Umfeld der Philo-Loge beleuchtet. Wer waren ihre Mitglieder? Welche Rolle spielten sie im städtischen Leben Aschaffenburgs? Und was wurde aus ihnen? Dabei kommt auch die Forschungsperspektive nicht zu kurz: Schleusener beschreibt, welche Archive und digitalisierten Quellen es inzwischen zur Erforschung jüdischer Schicksale gibt und welche Partner und Institutionen sind im Umkreis für solche Projekte einsetzen.