Donnerstag, 17. Oktober 2019, ca. 20 Uhr
(im Anschluss an die Jahreshauptversammlung)
Schönborner Hof, Haus Storchennest

Dr. Michaela Schedl, Vortrag
Mittelalterliche Goldschmiedearbeiten. Die Goldbüsten der Aschaffenburger Stiftspatrone Peter und Alexander

„Das Stiftsmuseum Aschaffenburg birgt einen einzigartigen Schatz“ heißt es auf der Website des Museums. Kennen Sie diesen Schatz und dessen Bedeutung? 
In der mittelalterlichen Schatzkammer des Aschaffenburger Stiftsmuseums sind kostbare Objekte zu sehen, wie etwa ein Kreuz aus Bergkristall oder äußerst kunstvoll gestaltete Goldschmiedearbeiten. Zu letzteren gehören die zwei eindrucksvollen, fast lebensgroßen Büsten der Stiftspatrone, der heiligen Peter und Alexander, aus dem 15. Jahrhundert. Plastische Büsten aus Stein sind uns spätestens seit der Antike bekannt. Die Aschaffenburger Büsten wurden in vielfältiger Technik aus Silber gearbeitet und vergoldet. Bei der Alexanderbüste handelt es sich um eine Reliquienbüste: In ihr wird die Schädeldecke des Heiligen aufbewahrt. Die Petrusbüste wurde als Pendant zu dieser gefertigt.
Während wir über den Künstler der Alexanderbüste kaum informiert sind, wissen wir über den Gestalter der Petrusbüste – den Frankfurter Goldschmied Hans Dirmstein – erstaunlich viel. Die Petrusbüste wird zu den glanzvollsten Leistungen spätmittelalterlicher Goldschmiedekunst gezählt.
Der Vortrag wird diese beiden Bildwerke in den Mittelpunkt stellen und sie im Kontext anderer Büsten, wie etwa der von Kaiser Karl dem Großen in Aachen (um 1350), vorstellen.