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Erbaut wurde zunächst das "Haus Storchennest", und zwar um 1600 für Faust von Stromberg und dessen Gattin, eine geborene von Hettersdorf. Die Türkenköpfe auf dem Renaissance-Giebel wurden zur Erinnerung an das fränkisch-würzburgische Dragonerregiment "Hedersdorf", das gegen die Türken gekämpft hatte, angebracht.
Im Jahre 1832 erwarb die Stadt den Schönborner Hof für die stattliche Summe von 22 000 Gulden, um hier das Appellationsgericht für den gesamten Untermainkreis, das später nach Würzburg verlegt wurde, unterzubringen. Von 1875 bis 1906 wurden hier die "höheren Töchter" in der Königlichen Weiblichen Bildungsanstalt mit Lehrerinnen-Seminar unterrichtet und auf ihr künftiges gutbürgerliches Leben vorbereitet. Viele Institutionen fanden in diesem Bau ihr Domizil. So von 1913 bis 1926 die Städtische Sparkasse, im Ersten Weltkrieg Lazarett und Milchküche, von 1929 bis 1951 Stadtpost und Volksschule. Auch Sozialwohnungen wurden von der Stadt hier eingerichtet. So hauste im Kapellenturm "hoch über der Stadt" ein bekanntes Aschaffenburger Original, der "Kapperich", bis zu seinem Freitod. Ihm hat man direkt neben dem Schönborner Hof ein kleines Denkmal gesetzt. 1944/45 schlug der Zweite Weltkrieg der Stadt Aschaffenburg tiefe Wunden und auch der Schönborner Hof blieb nur als Ruine zurück. Nach dem Wiederaufbau wurden hier verschiedene Behörden untergebracht, so die Polizei, die Kripo, das Melde- und Paßamt. In den Jahren von 1958 bis 1968 drückten im Schönborner Hof die Schüler der Oberrealschule die Schulbank, bevor dann 1970 das Naturwissenschaftliche Museum Einzug hielt. In einem Flügel waren von 1968 bis 1980 noch Hauptschulklassen der Brentanoschule untergebracht. Nach einem völligen Umbau fand nach Jahren der Raumenge in verschiedenen Gebäuden, zuletzt am Marktplatz 2, das Stadt- und Stiftsarchiv hier eine geeignete Unterkunft, die auch noch in künftigen Jahren genügend Platzangebot für die Unterbringung von Archivalien, Zeitungen und so weiter bietet.
Stadt- und Stiftsarchiv und Naturwissenschaftliches Museum Gedenk- und Informationsraum der Graslitzer |
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Geschichts- und Kunstverein Aschaffenburg e.V. |