Montag, 9. Oktober 2017, ca. 20.00 Uhr
(im Anschluß an die Mitgliederversammlung)
Schönborner Hof, Haus Storchennest

Dr. Hans-Bernd Spies M.A., Vortrag
Luthers Thesen gingen über Aschaffenburg nach Rom

Gerade im Jahr des sogenannten 500. Reformationsjubiläums, in dem von evangelischer Seite u. a. mit dem Marketingtitel „3xhammer“ versucht wird, die erfundene Geschichte von Martin Luthers Thesenanschlag propagandisch wiederzubeleben, ist es wichtig, die historischen Fakten darzulegen. Anhand der entscheidenden Quellen wird zunächst der finanzielle Aspekt des Ablaßhandels vorgestellt, dessen Auswüchse Luther zu seiner am 31. Oktober 1517 versandten Stellungnahme veranlaßten. Der Hauptadressat von Luthers Ablaßkritik, Erzbischof Albrecht von Magdeburg und Mainz, erhielt das entsprechende Schreiben mit den dazugehörigen Unterlagen in Aschaffenburg. Von hier aus sandte er sie zur Prüfung an die Theologen der Universität Mainz und wandte sich auch an den Papst. Bald darauf erschienen Gegenschriften zu Luthers Thesen, welche dieser ebenso heftig erwiderte. Diese sowie weitere zeitgenössische Quellen zu den Auseinandersetzungen über den Ablaßhandel werden dargestellt. Schließlich wird auch geschildert, wie Luthers berühmter Brief an Erzbischof und Kurfürst Albrecht in Reichsarchiv Stockholm gelangte.